supportive leadership: mit hunden führen lernen

 Wie wird man ein guter Leader? Indem man bereit ist, sich weiterzuentwickeln, alte Ufer zu verlassen und neue Wege zu gehen. 

 

hunde kennen keine kommunikationsschwäche

Wir leben in einer Welt, zu deren besonderen Merkmalen die Kommunikationsschwäche gehört. Will heissen, es gelingt

dem Einzelnen immer weniger, eine fruchtbare Verbindung zu seinen Mitmenschen (und auch zu seinem Hund) herzustellen. 

Grund hierfür sind nicht die neuen Kommunikationsmedien, sondern eine Schwäche der Persönlichkeit jedes Einzelnen.

Imponier - und Fassadentechniken gehören heute zur Grundausstattung jedes Menschen.  

 

Unsere Hunde dagegen kennen keine Kommunikationsschwäche. Sie sind eindeutig in ihrer Kommunikation und 

verhalten sich authentisch. Und dafür lieben wir sie!

 

Wir lieben sie nicht, wenn sie jagen gehen und uns eindeutig zeigen, dass andere Dinge wichtiger sind als wir.

Oder wenn sie die Führung übernehmen und uns an gespannter Leine durch den Wald ziehen.

 

Unsere Hunde sind Opportunisten, sie zeigen uns unsere Schwächen gnadenlos auf und nutzen diese aus.

Weder nützt es, ihnen zu imponieren zu wollen, noch unsere Schwächen hinter Fassaden zu verstecken. 

 


leadership bedeutet interaktion und kommunikation

Klare, eindeutige Kommunikation setzt weitere "Soft Skills" voraus.

Diese sollen einfühlsam (empathisch), authentisch und glaubwürdig sein, Begeisterungsfähigkeit ausstrahlen,

situativ reagieren und souverän agieren. 

Zusammengefasst sind diese Merkmale von "Leadership" oder ganz einfach von Führungsqualitäten. In der Wirtschaft steht das Thema "Leadership" seit Langem hoch im Kurs.

 

Wen wir akzeptieren, dass auch ein Familienclan eine Organisation ist, die eine gewisse Leistungsfähigkeit aufweisen sollte,

dann stellt sich die Frage, warum das Thema in der Hundeerziehung wenig ernsthaft diskutiert wird.

Bei "Leadership" handelt es sich um keine absolute Eigenschaft oder eindeutige Rolle. Nur in seltenen Fällen wird es den

"geborenen Leader" geben.

 

"Leadership" drückt sich vielmehr in einer Beziehung zwischen "Leader" und "Follower" aus. Sie ist weder starr und einseitig, sondern bedeutet ständige Interaktion und Kommunikation .

 

Damit ist das Konzept auch sehr gut auf die Mensch - Hund - Beziehung übertragbar. 

 


authentizität heisst das zauberwort

 Der Gradmesser für Leader bildet jedoch nicht die Äußerlichkeit, sondern liegt in der Aufrichtigkeit und 

Glaubwürdigkeit, mit der sie auftreten, und in dem, was sie Kraft der Authentizität ihrer Persönlichkeit bewirken können.

Wenn wir keine verlässliche Orientierung, keine stabile Haltung in uns selbst finden, wenn wir Imponier- und Fassadentechniken einsetzen, können wir auch unsere Hunden keine Regeln, Grenzen und Freiräume geben.

Ein Zauberwort heisst, "Präsenz" oder "Energie", ist aber nichts anderes als die gute alte Körpersprache.

 

Genau darum geht es, dem Gegenüber klare Anweisungen zu geben. Das funktioniert nur zum Teil über

das gesprochene Wort. Viel wichtiger ist die Haltung. Das also, was beim Hund als Glaubwürdigkeit ankommt.

Gibt ein Mensch seinem Hund laute Kommandos, lässt aber die Schultern hängen, dann kommt die Botschaft

zwar an, doch glaubwürdig ist sie nicht.

 

Wir Menschen stehen für eine eindeutige Kommunikation. Viele unserer Botschaften sind vieldeutig,

wir reden um den heissen Brei!

Was wir sagen und was wir fühlen, steht nicht im Einklang.

 

Hunde kommunizieren immer authentisch im Hier und Jetzt über ihre Körpersprache. Hunde verstehen ihre Menschen

blitzschnell, schwingen oft besser als Menschen mit dem mit, was der Mensch denkt und fühlt.

Und Hunde nehmen ohne Urteil und Zweifel auf, was ihnen an Verhalten entgegengebracht wird. Ob sicher oder zweifel, ob eindeutig oder vage, sie reagieren darauf!

 


gradlinigkeit ist nicht immer bequem

 Nun können wir ja denken, es braucht im Familienclan keinen Leader und keine Autorität, das sind doch Vorstellungen

aus der pädagogischen Schatztruhe. Doch der Versuch, die Erwartungen an die Rolle des Leaders zu umgehen

und scheinbar fortschrittlich so die Verantwortung abzulehnen, ist zum Scheitern verurteilt.

Es ist weder pädagogisch fortschrittlich noch psychologisch realistisch noch moralisch edel.

Es handelt sich um den Versuch, möglichst nicht pädagogisch zu wirken, möglichst nicht lehrerhaft und

erzieherisch zu sein. Es ist die Kultur oder Unkultur, die eigene Verantwortung und Dominanz zu kaschieren.

Dieser Versuch mag in der heutigen Zeit politisch opportun sein, aber für die Hundeerziehung ist es wertlos.

 

Wenn Hundebesitzer/innen ihren Hund keine klaren Strukturen vorgeben, weil sie den Freiraum der Hunde möglichst

wenig beschränken wollen oder die Funktion des Leaders als zu anstrengend empfinden, dann kann dies fatale Folgen haben.

Hunde gehen an die Grenzen dessen, was ihre Besitzer zulassen - das ist eigentlich normal und gehört dazu.

Hunde sind immer konstruktiv. Wenn man nicht selbst die Führung übernimmt, dann tun sie es.

Irgendwann sind die Hundehalter dann mit ihrer Toleranz am Ende und die Situation kippt.

Dann reagieren sie plötzlich autoritär und greifen durch. Später haben sie Schuldgefühle, weil sie

so bestimmend waren - und lassen ihren Hunden dann wieder alles durchgehen, um die Schuldgefühle zu besänftigen.

 

Den Hunden aber fehlt eine klare Markierung dessen, was geduldet wird und was nicht.

Was Hunde dadurch letztendlich lernen, ist, dass sie nur genügend Zoff machen müssen, um das zu bekommen, was sie wollen!

 


supportive leadership setzt auf wertschätzung

 Überträgt man das Konzept auf die Hundeerziehung, dann gibt es hier keine Unterordnung,  nur um der 

Unterordnung willen mehr, sondern im Vordergrund steht die Einordnung des Hundes in das "Familienrudel".

Zudem wird deutlich, dass ein harmonisches Miteinander von Mensch und Hund nur möglich ist, wenn die

Bedürfnisse beider befriedigt werden.

 

Supportive Leadership ist keine Frage der Technik der Methode oder des Werkzeuges, sondern es ist vielmehr eine Frage

der inneren Haltung. Immer wenn wir etwas Neues lernen, spielt Wertschätzung eine entscheidene Roll.

 

Unsere Hunde haben als soziale Wesen einen grossen Bedarf an persönlicher Zuwendung und Beziehung. Als Rudeltiere haben sie das Bedürfnis nach klaren Strukturen, also auch nach Grenzen. In der Mensch - Hund - Beziehung kann der Mensch im Sinne des Leaders als Wegbereiter für diese Bedürfnisse verstanden werden.

 

Es ist die Aufgabe des Menschen, dem Hund das Ziel "zu erklären", es an für den Hund bedeutsame Anreize zu knüpfen, ihm den Weg zur Zielerreichung aufzuzeigen und auf diesen Weg Hindernisse zu beseitigen und Unterstützung zu leisten.

 

Nehmen wir das Konzept des Supportiven Leadership ernst, dann wird Hundeerziehung zum Verhaltenstraining für Hundebesitzer und der Hund zum Coach für den Menschen.

 

Also nicht sie erziehen den Hund - der Hund erzieht sie!!

 

Bei Anfragen melden sie bei mir und/oder füllen sie das Kontaktformular aus. 

 


wer menschen nicht lieben kann, ist unfähig, sie zu führen. das gilt auch für hunde.